Spucke in die Tauchmaske gerieben, Flossen an, hinein ins verlockende  Nass. Korallen, Fische, Seesterne – bunt, üppig, tropisch.   Nur keine Aufregung. Ich liege bewegungslos auf der Wasseroberfläche, sauge die  Umgebung optisch auf, bleibe aber ruhig. Der Kreislauf muss herunter. Tief und  langsam einatmen. Noch langsamer wieder ausatmen. Immer wieder. Jegliche  Strampelei vermeiden. Ein letztes Mal alle Luftbehälter auffuellen, Bauch dehnen,  Zwerchfell, Lungen, am Schluss Schulter nach vorne ziehen um die letzten  Lungenspitzen noch zu füllen. Dann ab in die Tiefe. Sofort mit Druckausgleich  beginnen. Ruhige gleichmäßige Flossenbewegungen. Ich gleite den Riffhang  hinunter, nehme die Vielfältigkeit des Lebens hier unten aus nächster Nähe war,  werde beglotzt von großen dunklen Fischaugen.   In acht bis zehn Meter Tiefe gehe ich auf Horizontalkurs. Ich will keine  Tiefenrekorde aufstellen – noch nicht. Weiterhin mit gelassenem Beinschlag  inspiziere ich das Riff und seine Bewohner. Langsam meldet sich mein Körper  zurück, gibt zu bedenken, dass Luftholen bald wieder Konjunktur hätte. In dieser  Tiefe genügt meist der Auftrieb unserer Körper, uns ohne zusätzliches Gestrampel  nach oben zu spülen. So kehre ich voller Eindrücke und doch ruhig an die  Wasseroberfläche zurueck, bereit, die Entspannung in das nächste Abtauchen  mitzunehmen.   So ist Apnoe, einfach, ruhig, sofort. Kein Ankleiden und Verkleiden, bis man zum  Roboter wird. Streng genommen ist nur eine Tauchmaske vonnöten. Wer mag,  kann natürlich Badehose/Bikini und Flossen als Up-grade verwenden…